Zahl der Singlehaushalte steigt kontinuierlich

6. September 2016

Der Trend zu Einpersonenhaushalten hält in Deutschland nach wie vor an. Während im Jahr 1994 noch 34 Prozent der deutschen Haushalte Singlehaushalte waren, stieg die Zahl bis zum Jahr 2014 auf 41 Prozent an. Die Mehrzahl der Singles findet sich in Großstädten. Einer der Gründe mag darin liegen, dass das Freizeitangebot in den Städten größer ist. Der klassische Großstadt-Single ist übrigens Rentner. Die wenigsten Menschen sitzen gerne Abend für Abend alleine zu Hause. Eine der größten Auswirkungen hat dies zweifelsfrei auf den Wohnungsmarkt.

Zweizimmer-Wohnungen am stärksten nachgefragt

Für den Wohnungsmarkt bedeutet dies eine steigende Nachfrage nach Wohnungen mit einer Größe zwischen 50 qm und 70 qm, der klassischen Abmessung für Zweizimmer-Wohnungen. Für Kapitalanleger ergibt sich aus der Relation zwischen eingesetztem Kaufpreis und zu erzielender Miete die höchste Rendite. Die steigende Zahl der Haushalte bedeutet aber nicht zwangsläufig, dass diese Menschen „echte“ Singles sind. Partnerschaften setzen nicht zwangsläufig eine gemeinsame Wohnung voraus. Viele der Singles ziehen es nach einer Scheidung vor, alleine zu leben, einen Freiraum zu haben. Es finden sich aber auch andere Indizien für den Trend zur Single-Wohnung. In den Supermärkten gibt es neben den klassischen Brotpaketen mit 500 Gramm Inhalt inzwischen auch Packungen mit drei oder vier Scheiben Brot. Schon vor einigen Jahren etablierten sich einige Reiseveranstalter mit speziellen Reiseangeboten für Singles.

Das Single-Dasein birgt auch Nachteile

In einem Fall wird besonders deutlich, dass Singles auch wirtschaftliche Nachteile erleben, abgesehen vom täglichen Einkauf. Wer einen Kredit aufnehmen möchte, steht im Antragsprozess früher oder später vor der Frage, ob es einen zweiten Kreditnehmer, beispielsweise den Ehepartner gibt. Diese Frage hat einen Hintergrund. Unterzeichnen zwei Personen den Antrag, erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass bei einem Ausfall des Kredites auf eine zweite Person zum Ausgleich des offenen Saldos zurückgegriffen werden kann. Dieser Umstand erhöht die Bonität des Kreditnehmers, was wiederum zu niedrigeren Zinsen führt. Man kann festhalten, dass Singles bei einer Kreditaufnahme ökonomisch diskriminiert werden.

Die Statistik des Zensus 2011 hat allerdings bei der Definition der Single-Haushalte einen Umstand nicht nachhaltig bereinigt. Zahlreiche dieser Haushalte werden als Zweitwohnung genutzt, wenn der Arbeitsplatz zu weit von zu Hause entfernt ist, um eine tägliche Anfahrt zu ermöglichen. Hier bestehen einige Verwerfungen bei den Zahlen. Allerdings muss berücksichtigt werden, dass Singles nicht die jungen, dynamischen Aufsteiger sind, die sich in erster Linie dem Job verschrieben haben und Familie noch nicht im Lebensplan auftaucht. Über 30 Prozent der alleine Stehenden sind 65 Jahre und älter.